Überzeugende Präsentation der WTG-Schülerin Judi Rashid bei der „Langen Nacht der Demokratie“ in Remagen

Am 24. September 2026, dem diesjährigen Demokratie-Tag in ganz Rheinland-Pfalz hatten die Kreisvolkshochschulen Ahrweiler und Neuwied gemeinsam mit dem Verein Friedensmuseum Brücke von Remagen zu einer Veranstaltung zum Thema „Heimat verlassen! Heimat gefunden?“ in die Rheinhalle in Remagen eingeladen. Menschen, die in anderen Ländern geboren wurden und nun in den Kreisen Neuwied und Ahrweiler leben, berichteten über ihre Erfahrungen mit der neuen Heimat Deutschland. Als Jüngste unter den sieben Vortragenden und in der anschließenden Diskussionsrunde mit dabei war die Schülerin Judi Rashid aus der MSS 13 des Wiedtal-Gymnasiums. Wie die gebürtige Kurdin Judi, war die Mehrzahl der Teilnehmenden vor dem Krieg aus Syrien geflüchtet, zwei hingegen hatte einst die Liebe nach Rheinland-Pfalz gelockt.

„Demokratie wächst dort, wo Vielfalt als Bereicherung gesehen wird“, so die einleitenden Worte des Ersten Kreisbeigeordneten des Landkreises Ahrweiler. Der Vertreter des Kreises Neuwied erinnerte daran, dass unsere heutigen demokratischen Errungenschaften keine Selbstverständlichkeit sind, dass sie vielmehr allen Menschen vermittelt werden müssen. Deswegen solle man das Gespräch suchen mit Menschen, die rechte Positionen vertreten. Und gleichzeitig sei es unsere Aufgabe, Menschen aus anderen Kulturen die Werte und Regeln unserer Gesellschaft zu erklären. Zum gegenseitigen Kennenlernen und besseren Verstehen waren die kurzen Vorträge und die Gesprächsrunde gedacht, in der die Teilnehmenden auf Fragen eingingen, etwa nach dem, was sie an der alten Heimat vermissen, worin sie die größten Unterschiede zu Deutschland sehen oder wie Integration gelingen kann.

Alle stimmten darin überein, dass das Erlernen der deutschen Sprache ein Schlüssel für die erfolgreiche Integration ist. Sehr wichtig sei außerdem, dass man respektiert und akzeptiert werde, keine Angst haben müsse, wegen eines Kopftuchs oder Akzents ausgelacht zu werden, dass es Gelegenheiten gebe, mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen und sich selbst zu engagieren.

Für Judi ist der größte Unterschied, dass man in Deutschland seine Meinung frei äußern und an freien Wahlen teilnehmen kann. Dies würde sie sich für ihr Geburtsland Syrien wünschen. Ein Leben in Sicherheit, frei von Angst und selbstbestimmt, macht das Wesentliche aus, was Judi an ihrem neuen Zuhause schätzt. Ihr Beitrag in Gedichtform wirkte emotional anrührend und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Auch von anderen Gesprächsteilnehmern kam der Appell, man möge doch in den Medien mehr positive Sendungen bringen und mehr darüber berichten, was Deutschland für ein großartiges Land ist.

Text: Waltraud Strickhausen

Fotos: Sarah Wasna