Die Schulgemeinschaft startete am 27. Juni feierlich mit einem "großen" Sommerabendfest in das Jubiläumsjahr anlässlich des 50-jährigen Bestehens des WTG
Am 1. August 1975 begann die Geschichte des Wiedtal-Gymnasiums, zunächst nur mit zwei fünften Klassen, die überdies in den Räumlichkeiten der Realschule unterrichtet werden mussten. Erst mit dem Schuljahr 1976/1977 konnte das neu gegründete Gymnasium in der ehemaligen Volksschule (heute C-Gebäude) seine Pforten öffnen. Gut Ding will Weile haben! – Und so werden auch die Feierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Bestehens unserer Schule, die, mit den Worten des damaligen Verbandsgemeindebürgermeisters, „ein[en] weiße[n] Fleck auf der Bildungslandkarte von Rheinland-Pfalz“ endlich füllte, nicht nur einen Tag, sondern gleich ein ganzes Jahr andauern!
Der Auftakt zum Festjahr fand am 27. Juni 2025 mit dem – diesmal – „großen“ Sommerabendfest statt. Neben den aktuellen Schülerinnen und Schülern und deren Eltern haben es sich sehr viele Ehemalige – frühere Lehrkräfte, von denen einige sogar die Anfänge der Schule selbst miterlebt hatten, wie auch Absolventen und Absolventinnen aus teils erst kurz, teils schon sehr lange zurückliegenden Abiturjahrgängen – nicht nehmen lassen, bei den ersten Geburtstagsfeierlichkeiten ihrer alten Schule dabei zu sein. Ein weiteres Zeichen für die starke Identifikationskraft, die das WTG über die Jahrzehnte ausgestrahlt hat! „Ich bin immer gerne hierhingekommen!“ und „Wir freuen uns über jedes bekannte Gesicht!“, war aus den Reihen der ehemaligen Lehrer zu hören.
Vorausgegangen waren dem Fest vier Jubiläums-Projekttage, an denen unter dem Oberthema „50 Jahre WTG – wir und unsere Schule: damals, heute und morgen“ intellektuell, künstlerisch und sogar ganz handfest mit Pinsel, Farbe und Material aller Art sehr fleißig gearbeitet wurde. Die Ergebnisse der thematisch unterschiedlichsten Projekte konnten bereits am frühen Nachmittag im Eingangsbereich der Schule, im Veranstaltungsraum, den Kunsträumen und anderen Bereichen des Gebäudes in Augenschein genommen oder miterlebt werden, wie beispielsweise eine „Modenschau durch 5 Jahrzehnte“ mit rund 40 beteiligten Kindern oder zwei kurze Sketche zu „Szenen aus dem Schulleben“ früherer Zeiten. Zudem erstrahlten zahlreiche Fassaden und Wände der Schulgebäude in neuem Glanz. Unter anderem wurden mit Hilfe des Kölner StreetArt/Graffiti-Künstlers Kai „Semor“ Niederhausen große Flächen rund um die Schulhöfe ansprechend und bunt neugestaltet.
Auf dem – getreu dem Motto der Schule: Das WTG ist bunt! – mit vielfarbigen Schirmen und bunten Luftballons festlich geschmückten Hof vor dem Haupteingang wurde der Abend von Schulleiter Thorsten Mehlfeldt feierlich eröffnet. Er würdigte sowohl die unterschiedlichen Profilzweige und Projekte am WTG als auch die Menschen, die daran arbeiten, Schülerinnen und Schüler umfassend – fachlich, methodisch, sozial und kreativ – zu fördern. In seiner daran anschließenden Rede betonte der Landrat des Kreises Neuwied, Achim Hallerbach, die (wirtschaftliche) Bedeutung des Wiedtal-Gymnasiums für die Region und lobte das vielfältige Angebot. Um den „Norden zu stärken“, unternehme der Kreis große Anstrengungen. Deshalb ist, anstelle der schon lange erforderlichen Sanierung der Toilettenanlagen, ein Neubau geplant, bei dem die Schule darüber hinaus zusätzliche Unterrichtsräume erhalten und barrierefrei umgestaltet werden soll. Christian Seibel, Referent der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Koblenz, überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Landesregierung wie auch seiner eigenen Behörde. Auch er hob die Vielfalt der vorhandenen Angebote lobend hervor, die geeignet seien, den Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte zu begegnen. Nach seiner Wahrnehmung sei die Schule geprägt durch Nachhaltigkeit, Offenheit und Innovationsfreude – sein Wunsch: eine inspirierende Gemeinschaft, in der sich Visionen verwirklichen lassen.
Die offizielle Eröffnung wurde musikalisch begleitet von der Klangwerkstatt, geleitet von Michael Bruchmann-Reiszig, die an dem Tag mit mehreren Auftritten das Publikum in ihren Bann zog.
An Beweisen für die Innovationsfreude und Kreativität, den Spaß an intellektuellen Herausforderungen und darüber hinaus das gesellschaftliche und ökologische Verantwortungsbewusstsein der Lehrenden wie der Schüler fehlte es im weiteren Verlauf des Abends nicht. Nicht alle können hier erwähnt werden.
Im Anschluss an die Eröffnungsfeier präsentierten Simone Wald und Tim Ludwig, die ab dem kommenden Schuljahr erstmalig das Fach „Darstellendes Spiel“ am Wiedtal-Gymnasium unterrichten werden, das Ergebnis ihres Theaterprojekts. Ehemalige wie aktuelle Teilnehmerinnen waren voll der Begeisterung von den Tanz- und Zirkusaufführungen unter der Leitung von Diana Küll: „Frau Küll stellt immer was richtig Tolles auf die Beine!“
Mit dem Aufruf „Raus aus dem Trott“ versuchte eine Initiative aus der MSS 12, andere sportlich und kreativ in Bewegung zu bringen.
Weitere Ergebnisse der Projekte konnten die zahlreichen Besucher beim „Markt der Möglichkeiten“ besichtigen. So brachten satirische Texte ebenso wie ein Kurzfilm, in dem Aspekte des Schulalltags satirisch aufs Korn genommen werden, viele Gäste zum Schmunzeln. Die Satirenschreiberinnen Ella und Lilli fanden es faszinierend, „etwas auf überspitzte Art zu kritisieren“. Unter dem Leitgedanken „Gleiche Rechte – gleiche Chancen“ erstellten Mitglieder der Südafrika-AG Plakate und Podcasts über die Bedeutung von „Rechten, Würde und Respekt“ im eigenen Alltag und in anderen Teilen der Welt, die zum ernsthaften Nachdenken anregten.
Das gleiche Ziel verfolgten die Projekte „Zivilcourage stärken – Gemeinsam gegen Diskriminierung und Gewalt“, bei dem das gewaltfreie Eingreifen in brenzligen Situationen trainiert wurde, und „Jugend debattiert“. Die Teilnehmenden lernten die Struktur einer Debatte kennen und mussten zu selbstgewählten Themen Redebeiträge halten. Man habe gelernt, überzeugender zu argumentieren, seine ᾿Komfortzone᾿ zu verlassen und sich mit anderen auszutauschen, so die Teilnehmerin Emily. Um den vielsprachigen Austausch mit Menschen im heimischen Umfeld ebenso wie mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen ging es bei dem Projekt „Sprachen am WTG“.
Mittlerweile weithin bekannt, hatten „Bennis Waldschützer*innen“, geleitet von Silke Schreiber, im Rahmen der Projekttage erneut über 400 Grund- und Vorschulkinder aus der Region mit Fragen des Regenwald- und Klimaschutzes vertraut gemacht, dem überdies der Erlös einer Tombola und der Verkauf von Stickstoffeis und Popcorn beim Sommerabendfest zugutekamen. Weniger spektakulär, aber darum nicht weniger nachhaltig widmeten sich weitere Projektgruppen der Bedeutung von Bienen und, mit Unterstützung des Naturschutzvereins ANUAL, dem Bau eines zusätzlichen Insektenhotels vor Ort.
Konstruiert und gebaut wurde gleichfalls bei dem Projekt „Technik, Wirtschaft und Schule im Wandel“, wie man an einer Brücke aus Eisstielen eindrucksvoll ersehen konnte. Besonders künstlerisch kreativ waren die Produkte der Gruppen, die sich dem Töpfern und Handarbeiten gewidmet hatten. Spannend wurde es in den von Schülergruppen erdachten Escape-Rooms, bei denen es einiges zum Knobeln gab. Auch bei weiteren Aktionen wie dem Kinderschminken standen Spiel und Spaß im Vordergrund. Unverzichtbar im Schulalltag, nutzte die Sanitäts-AG gemeinsam mit ihrer langjährigen Leiterin Dorothee Pagel die Projekttage und das Fest, um für das Thema Erste Hilfe zu sensibilisieren und neue Mitglieder zu gewinnen.
Wie sah es am Wiedtal-Gymnasium früher aus, wie soll es in der Zukunft aussehen? Vor allem letztere Frage interessierte und beschäftigte die Schülerinnen und Schüler, so zum Beispiel in dem Architektur-Projekt der Architektin und Designerin Bianca Kleine-Reidick, bei dem innovative Ideen und nachhaltige Lösungen für die Zukunft des Bauens im Mittelpunkt standen. Gleich zwei Gruppen, der Mathematik-Leistungskurs 12 M1 und die SV-AG, entwarfen Pläne für „einen Schulhof von morgen“ und setzten diese in die Tat um.
Unter der Fragestellung „Schule: gestern, heute und morgen“ wurden Interviews mit Schülern aus verschiedenen Klassenstufen geführt, die gegenwärtige Situation beschrieben und Wünsche geäußert, was sich verbessern oder ändern sollte. Die gesammelten Ideen wurden auf Plakaten und in einem Podcast dargestellt.
Magnet des Publikums waren – wie in jedem Jahr – die musikalischen Darbietungen von Phoenix-Band und Chor (u.a. mit Liedern aus fünf Jahrzehnten), bei denen sich zur Feier ihrer langen Tradition nicht nur die aktuellen Mitglieder präsentierten, sondern im Verlauf des Abends Verstärkung erhielten durch die Musiker früherer Phoenix-Generationen und die von Alexander Buss (Abi 2023) neu gegründete Band „Quint Felicity“. Zudem gab eine Gruppe aus bereits geübten wie neuen Ukulele-Spielern und –Spielerinnen eine kleine Kostprobe ihrer Kunst. Bis in die späten Abendstunden wurde gesungen und musiziert. Wichtige Unterstützung leistete dabei wieder das Phoenix-Technik-Team, das an diesem Tag alle Hände voll zu tun hatte.
Ohne die tatkräftige organisatorische und finanzielle Mitwirkung der Elternschaft wäre der Abend nicht möglich gewesen. Der Förderverein sorgte in gewohnter Weise für Getränke und Grillwürstchen, ergänzt durch einen Stand mit Pommes frites und Vegetarischem, das Hope & Light Café und die Mocktailbar der MSS 12. Förderverein und Schulelternbeirat unterstützten in vielfältiger Weise den enormen planerischen Aufwand im Vorfeld der Projektwoche, der von schulischer Seite von Anette Edelmann-Schneider, mit Unterstützung durch Nathalie Katthagen und ein ganzes Team weiterer Lehrkräfte, geleistet wurde. Großer Dank gilt auch den Sekretärinnen Elke Zimmermann und Angela Voßen sowie unserem Hausmeister Karlheinz Vogt für ihren unermüdlichen Arbeitseinsatz.


